Die Macht der Worte

Die unheimliche Macht der Worte

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Wenn Sie sich das Video angeschaut haben, dann sind Sie sicher emotional berührt. Genau das war auch das Ziel der britischen Werbeagentur, die diese Videoproduktion ausgeführt und auf YouTube veröffentlicht hat.

Natürlich arbeitet das Video mit stark suggestiven Bildinhalten.
Dennoch ist die Kern-Aussage der Szene eindeutig – achte auf Deine Worte-, denn sie können Dein Leben verändern.
Im Video wird dabei symbolhaft skizziert, wie man eine emotionale Zustandsänderung herbeiführt, um eine andere Wirkung im Außen zu erzielen.

Es scheint so, als würde man ein bisschen die Wirklichkeit verzerren und das nur durch das Ändern ein paar kleiner Worte.

Hier lässt sich wunderbar die Macht der Sprache bzw. einzelner Worte erkennen.
Es gibt auch zahlreiche Studien, die belegen, wie Worte wirken und welche Kraft emotional dahintersteckt. Das schauen wir uns später an.

Wir alle sind schon einmal Zeuge der emotionalen Macht von Wörtern geworden.
Sicher haben Sie schon einmal einen Menschen Mut gemacht, oder Trost gespendet. Und dieser zeigte danach eine bessere Leistung und Laune bei der Arbeit oder im privaten Leben.

Auch sind schon manche Sätze der Beleidigung gefallen, die man besser nie gesagt hätte und die nur schwer zurückzunehmen sind.

Wörter haben die Kraft Zustände ändern zu können, sogar mehr als wir erahnen.
Hier wählen wir unsere Möglichkeiten, denn wir können trösten, motivieren und Lob aussprechen, aber auch lügen, Tatsachen verschleiern und uns lautstark aufregen.

Dabei nutzen und setzen wir unsere Wörter ganz bewusst ein.

Vor allem beim Verkaufstexten tritt dieses Phänomen auf und wird ebenso gern in der TV-Werbung angewendet. Mit Wörtern und geschickten Formulierungen will man uns zum Kauf verführen!

Wie wäre es mit einem heißen Tee am Kaminfeuer, wenn uns draußen frostig und verschneid der Winter sein Kleid zeigt?

Oder ein schönes fruchtiges Eis, wenn wir auf Sonne, Strand und Meer treffen?

Was denken Sie? Können sie unser Handeln bestimmen, selbst wenn Sie solche Botschaften nicht bewusst registrieren?

Ein interessantes Beispiel dafür liefert uns der Pygmalion-Effekt.
Dieser ist wissenschaftlich belegt und bekam seinen Namen durch den berühmten Bildhauer Pygmalion, der eine aus Elfenbein gefertigte Statue erstellte.

Der Sage nach verliebte er sich später in jene Statue, da sie für ihn als vollkommen erschien. Vor lauter Rührung ließ die griechische Göttin der Liebe „Aphrodite“ die Statue lebendig werden.

Dahinter steht das Phänomen, das wir von Menschen von denen man viel erwartet auch nicht enttäuscht wird.

Wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung wird solchen Erwartungen meist immer entsprochen.

Sie Fragen sich nun sicher, warum ist das so!

Dies liegt an unserem Gehirn, denn dieses nutzt verschiedene Areale, die ganz spezielle Funktionen erfüllen. Dabei sind diese Areale miteinander vernetzt und beeinflussen sich gegenseitig.

So wird zum Beispiel das Empfinden emotionaler und positiver Wörter vom Mandelkern des Gehirns, die Amygdala verarbeitet. Diese steuert dann auch den weiteren Verlauf wie zum Beispiel unsere Reaktion in Form von Bewegungen auf solche Reize.

Der Sender SWR unternahm dazu in Zusammenarbeit mit dem Neurologen Prof. Christian Elger von der Universität Bonn ein interessantes Experiment mit 30 Personen.

Die Probanden waren ahnungslos und dachten, es würde sich nur um das Thema Unterschiede in der Sprache bei Mann und Frau handeln.

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Dabei bekamen alle die Aufgabe ein einfaches Satz-Puzzle zu lösen.

Es sollen einzelne Wörter in eine sinnvolle Reihenfolge gebracht werden damit sie einen logischen Satz ergeben.

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Als Beispiel: „nachts*Katzen*grau*alle*sind“ ergibt den Satz
„Nachts sind alle Katzen grau.“
15 Probanden lösen dabei solche neutralen Aufgaben wie oben genannt.
Die andere Gruppe mit 15 Probanden lösen Puzzle in die man gezielt aber unauffällig bestimmte Wörter eingefügt hat.
Als Oberbegriff dieser speziellen Wörter hat man die Kategorie „Alter“ gewählt.
Die Absicht dabei war, die Versuchspersonen auf bestimmte Begriffe wie: *rau*weise*Falten*antik*Brille, etc. zu prägen.
Das eigentliche Experiment begann in dem Moment, wo alle Probanden mit den Lösungen fertig waren. Diese sollten dann ihre Auswertungen am anderen Ende eines langen Ganges abgeben.
Hier hat man dann unbemerkt die Zeit gemessen, die alle Versuchspersonen benötigten, um die Wegstrecke zurückzulegen.
Nach diesen Berechnungen brauchte die Gruppe der Probanden, die auf den Begriff „Alter“ geprägt wurden, deutlich länger als die neutrale Kontrollgruppe.
Mit diesem Wissen sollten wir uns also überlegen, ob es nicht sinnvoller ist unsere Kommunikation ganz bewusst einzusetzen.
Wir sollten mehr positive Wörter nutzen und negative Formulierungen und Wörter langsam aus unserem Sprachschatz ersetzen.

Vermeiden sollten wir unbedingt die Exekutionsrhetorik, wie wir sie regelmäßig im Fernsehen von Dieter Bohlen serviert bekommen.

Diese Technik funktioniert aber nicht nur mit Wörtern, sondern auch mit unseren Gedanken und den damit verknüpften Erwartungen.

Wenn Sie dieses Thema interessiert und sie wissen möchten, wie Sie damit z. B. Ihren Kindern helfen können ihre schulischen Leistungen zu verbessern, schauen Sie bei Google nach dem Rosenthal-Experiment.

Nun möchte ich ein Beispiel anführen, welches die emotionale und ökologische Bilanz und Bedeutung von Wörtern gut demonstriert.

Dabei möchte ich eine Werte-Skala von negativ (-10 bis 0) und positiv (0 bis +10) nutzen, um die Unterschiede besser zu verdeutlichen.

Diese Methode wird Ihnen dabei helfen, positive Formulierungen und Sätze zu verwenden gerade wenn Sie einmal negative Inhalte an- und aussprechen müssen.

Wichtig dabei ist, dass sie jedes Wort danach bewerten, wie Sie es empfinden und welche Bedeutung sie ihm geben.
Nehmen wir die folgenden zwei Sätze:

1.) Deine Leistung war nicht schlecht.
2.) Deine Leistung war gut.

Deine (10) Leistung (50) war (0) nicht (-95) schlecht (-85)

Deine (10) Leistung (50) war (0) gut (85)

Die beiden oben beschriebenen Sätze beinhalten die gleiche Kernaussage, lösen aber in meinem Gegenüber und auch bei mir selbst eine ganz andere emotionale Reaktion aus.

Deutlich wird dies, wenn wir die Werte vergleichen:

1.) Satz: 10 + 50 + 0 = 60-95-85 = -120
2.) Satz: 10 + 50 + 0 = 60 + 85 = 145

Wir kommen auf eine erstaunliche Differenz von 265 Punkten.

Das liegt einfach daran, das im ersten Satz die beiden Negationen „nicht“ und „schlecht“ meine Ökobilanz sprengen.

Erklärung:

An was erinnern Sie sich, wenn Sie an die Worte „nicht“ und „schlecht“ denken?
In mir flackern sofort Bilder meiner Kindheit auf. Dort habe ich oft zu hören bekommen: Das ist schlecht, lass das! Oder: Nein, das darfst du nicht!

Nun wollen Sie sicher wissen, was hat das mit meiner ökologischen Bilanz zu tun?

Wir erleben und hören beim Formulieren auch immer unsere eigene Stimme die gleichzeitig, wie eine Suggestion wirkt – der sogenannte Dopplereffekt!
Also Vorsicht bei dem was sie zu anderen sagen und ihnen wünschen ?.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einer Pizzeria und bestellen sich ein Glas Rotwein, solange Sie noch auf Ihre Pasta alla Marinara warten.
Der Kellner sagt zu Ihnen – „Ja, kein Problem“.

Nun wollten Sie doch nur ein Glas Rotwein und dieses Bedürfnis wird jetzt plötzlich zu einem „PROBLEM“.
Eine bessere Antwort des Kellners wäre: „Ja, sehr gerne“.

Woran liegt das nun und wie funktioniert das eigentlich?

Unser Gehirn verarbeitet und speichert vorwiegend Bilder. Dabei sucht es nach Verknüpfungen zu Worten und bewertet diese.
Dieser Vorgang löst in uns allen das sogenannte Kopf Kino aus.
Unser Gehirn ist dabei so rasend schnell, das alles unbewusst innerhalb tausendstel Sekunden passiert.
Es wird eine sogenannte Emotionsbilanz erstellt, wobei negative und positive Erlebnisse miteinander verglichen werden…

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